Wie giftig sind unsere Lebensmittel

Schön, dass sich die Politik dafür interessiert - doch was kommt dabei heraus - wie funktioniert die Informationspolitik

Traurig aber wahr: wir essen Industriemüll, Dioxin im Fett, im Tierfutter, im Lebensmittel, im Menschen? Es muß gehandelt werden zum Schutze der Menschen. Was kann die Politik tun?

  1. So war die Vorgabe in der Einladung der SPD in einer öffentlichen Veranstaltung mit der Abgeordneten Frau Johanna Werner Muggendorfer, Ismail Ertrug – Mitglied des Europäischen Parlaments /Ausschuss Landwirtschaft und Vertreter anderer Colours.

Was mich persönlich an dieser Veranstaltung interessierte, wie argumentieren die Parteien und die Vertreter der Landwirtschaft auf Themen, die in der Öffentlichkeit, bei den Medien und den Konsumenten heftig diskutiert werden.

Ich war nebenbei der einzige Konsument unter ca 50 Landwirten (ich hatte früher allerdings 20 Jahre landwirtschaftliche Erfahrung und bilde mir ein, dass ich davon ein wenig verstehe).


Der Ablauf:

  1. Kurze Einführung mit der Entschuldigung über die Themenwahl – weil sich viele Landwirte in ihrer Ehre gekränkt fühlten – sie produzieren ja keine Gifte.

  2. Europaparlamentarier Ertrug berichtet eine Stunde lang über die EU, Förderungen, Gesetze.. - kein Wort über Genfutter, kein Wort über Gifte in der Landwirtschaft.
    Eine Stunde lang, was die EU alles für die Bauern macht, welche Förderungen, Gesetze, wie funktioniert so manches in der EU....
    (hier musste ich mich schon fragen, ob ich auf der falschen Veranstaltung war – doch es kam noch besser)

  3. Jetzt meldet sich ein Vertreter der anderen Fraktion, die mehrheitlich die Bauern hier in Bayern vertritt.
    Wie könne man sagen, die Bauern liefern schlechte Nahrungsmittel – wir erzeugen die besten Lebensmittel
    Der Dioxinskandal wurde ja nur aufgeputscht – schuld seien die anderen.
    Weiter geht es bei ihm mit Gesetzen, Förderungen in der Landwirtschaft, Preispolitik - wieder nichts von Giften in der Landwirtschaft....

  4. Jetzt meldet sich eine Dame: Ja der Dioxinskandal sei ja nur von den Medien hochgespielt worden, es sei ja gar nicht so schlimm! Und überhaupt, was müsse der Öffentliche Sender, den ja auch wir Landwirte, mit unseren Beiträgen bezahlen, in dieser Art berichten - wir liefern ja "gesunde Nahrungsmittel!"

1 1/2 Stunden sind vergangen und noch immer keine Äußerungen zu dem eigentlichen Themenbereiche – es geht nur ums Geld und über die schlechten Preise. Ein Tenor der immer wieder zu hören ist – wir liefern gesunde Produkte!

Mir reicht es irgendwie und ich melde mich als Konsument und als ehemaliger Landwirt – eine fast unverschämte und auch waghalsige Tat, angesichts 50 Gegnern, die Unbequemes nicht hören wollen oder keine Ahnung davon haben, oder haben wollen. Was ich meinerseits eingestehen muss – ich war nicht vorbereitet und habe keine Unterlagen mitgehabt – wird mir nie mehr passieren!

Auf meine Fragen bekam ich nur ablehnende Antworten, von wo ich diese Behauptungen her habe – das stimme ja alles nicht (ja wie kann ich es wagen mich da überhaupt einmischen).

Was ich hier aber noch ausdrücklich betonen muss, dass mir die Landtagsabgeordenete Frau Muggenhuber geholfen hat, dass doch jeder das Recht hat, seine Meinung zu äußern und es auch der Sinn einer Veranstaltung sei, über verschiedene Themen zu diskutieren – (was hier leider nicht geschah – denn einige Vertreter haben nur eine Meinung, und die ist absolut richtig und muss daher von allen aktzeptiert werden – ja, auch das ist Demokratie – oder wie ich sage Diktokratie)

Meine Fragen an den EU Politiker - (die Antworten und die Textquellen habe ich als Link hinzugefügt)

  1. Schwellenwert bei den Futtermitteln – Abstimmung im Bundesrat über eine EU Bestimmung – keine Antwort der Funktionäre
    http://www.agrarheute.com/gvo-importe

  2. genfreier Soja
    Sei zu teuer – so ein Landwirt – mein Gegenargument, dass dafür der Eiweißgehalt im genfreien Soja höher sei, wurde nicht akzeptiert.
    Dazu bitte folgendes Video anschauen, dass schon allein an das Gewissen appellieren sollte:

    die Folgen von 15 Jahre Gensojaanbau
    http://www.youtube.com/watch?v=gA1mH-YS6Uo&feature=player_embedded

     

  3. Grenzwerterhöhung bei den Spritzmittel (Pestiziden)
    http://www.natur-und-umwelt.org/content/pestizide

  4. Ferkelkastration – Gesetz der EU
    http://www.landwirt.com/Ferkelkastration-mit-Ablaufdatum,,9840,,Bericht.html


Ich wollte noch näher auf die Hormone eingehen – leider kam ich nicht dazu.

Hormone, die ja dann nach 2018 den Ferkeln gespritzt werden müssen, da ja ab dann chirurgische Eingriffe durch den Landwirt komplett verboten sind – wieder einer Abhängigkeit der Pharmaindustrie

Stimmt doch alles alles nicht – ein Schweinezüchter (Funktionär??)

Ein einziges Argument, wo ich mich voll anschließen kann, dass es nicht sein kann, dass bei uns fast ein Drittel der Lebensmittel weggeschmissen werden. Hier stellt sich allerdings eine andere Frage – schmeckt die Nahrung den Menschen nicht mehr, oder hält sie sich nicht mehr so lange frisch, verfault sie nach ein paar Tagen.

Nach zweieinhalb Stunden war dann der erlösende Schluss der Veranstaltung. Keine Diskussionen über Spritzmittel, Genen im Futter, Grundwasser...

Fragen, die man sich dann nach so einem landwitschaftlichem Vortrag, einfach stellen muss:

  • Werden unsere Bauern überhaupt nicht informiert?

  • Wissen sie nicht was der Konsument will?

  • Wollen sie nicht auf den Konsumenten eingehen?

  • Ist ihnen nur mehr der Profit wichtig?

  • Haben sie das Gefühl zur Umwelt verloren?

Nun – ich will das nicht allen Landwirten ankreiden – ich kenne viele Landwirte, die es wirklich ehrlich meinen, mit dem Konsumenten sprechen und nach Lösungen suchen.

Was ich eher feststellen muss, dass unsere Politik versagt hat, den Menschen und Landwirten zu vermitteln, wie wichtig es ist, eine gesunde Natur zu erhalten, für uns und für unsere Enkelkinder. Eine Politik die versagt hat die gemeinsamen Interessen der Konsumenten und der Landwirte zu vereinen. Eine Politik, die keine Lösung findet, dem Menschen unverfälschte Nahrung zu geährleisten. Eine Politik die keine Mittel und Wege findet, Gifte, Chemie und Schadstoffe in der Nahrung zu verhindern.

So bleibt einzig der Konsument übrig, der seine Kaufgewohnheiten in eine andere Richtung steuern muss. Letztendlich wird der den schwarzen Peter haben, der mit der großen Masse mitgeschwommen ist und nur mehr den "Dollar/Euro" in den Augen gesehen hat.

Ich werde auch demnächst von Ökobauern berichten und wie wichtig es ist, diese zu unterstützen. Wir werden auch weiterhin über Energie schreiben, die für die Pflanzen genau so wichtig ist wie für uns Menschen.

Interessant ist auch folgende Seite mit dem E-Book dazu
"Schweinemast und Schweinefütterung"

http://www.agrarnetz.com/thema/schweinemast 

 

 

Zum Abschluss ein Video, dass den momentanen Zustand in der Landwirtschaft widerspiegelt:
http://www.youtube.com/watch?v=r-99ymCbKqM

 

Machen Sie deswegen bitte mit, bei dem ggP – Protest und handeln Sie bitte!

 

Mitterfecking - 18.März 2011
- aegeus

 



Kommentar zu den Lebensmittel und unserer Landwirtschaft

Kommentar von Michael Rogmann |

Landwirte – Denn sie wissen nicht, was sie tun!
Man erkennt jenes für richtig an, was man gelernt hat. Wenn es nicht so wäre, müsste man seinen Berufstand in Frage stellen. Wir können also nicht von konventionellen Landwirten erwarten, dass sie ihre Arbeit anzweifeln. Zumindest nicht, solange der Konsument die produzierten Waren kauft.
Wir, also jeder einzelne Konsument bestimmt letztendlich selber, was produziert wird. Kaufen wir keine chemisch vergifteten Lebensmittel mehr, sondern „ökologische“ beim Biobauern/Bioladen, wird sich der Landwirt zwangsläufig Gedanken über seine industriell anerzogene Landwirtschaft machen MÜSSEN!
Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir bei „UNS“ anfangen. Und nicht beim Produzenten oder der Politik! Wir alle haben die Wahl – zumindest NOCH.

Tolle Seite - Weiter so!
M. Rogmann

Kommentar von Johann Leitgeb |

Ist schon interessant, dass der Konsument nicht mehr gehört wird. Angesichts der Atompolitik, mit ihren Gefahren, steuern wir auch hier in der Landwirtschaft einer Katastrophe zu. Die wird zwar nicht plötzlich da sein, aber sie wird das schleichende Gift sein, woran immer mehr Menschen und Kinder zu leiden haben.

Ich hab mir fest vorgenommen, die nächsten Male im Laden nach genfrei gefüttertem Fleisch zu fragen - gute Idee!

Teamworker - weiter so - ist eine informative Webseite, auch mit Lösungen!
J.L.

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