Giersch das ungeliebte Unkraut, aber ein besonderes Heilkraut

Giersch am Wegesrand
Albert Thiess

man schenkt ihm wenig Beachtung und doch ist der Giersch so wertvoll

Giersch - Aegopodium podagraria - auch Dreiblatt genannt

 

Kaum eine andere Pflanze über die nicht so viel geschimpft wird, wie über den Girsch. Als lästiges Unkraut für die meisten und doch kennen nur wenige den wahren Wert dieser Pflanze.

 

Der Name Podagrakraut oder Zipperleinskraut weist darauf hin, dass Giersch ein traditionelles Mittel gegen Gicht ist. Über Jahrhunderte galt Giersch bei Patienten, die unter Gicht, Harnsäure oder Rheumatismus litten, als Heilmittel. Auch bei Stoffwechselerkrankungen und für die Harnorgane wurde der Giersch mit Erfolg eingesetzt.

 

Auch hier hat der Giersch seine Wirkung, als -
abführend, beruhigend, entwässernd, entzündungshemmend, harntreibend, verdauungsanregend, Blasenentzündung, Durchfall, Hämorrhoiden, Ischias, Rheuma, Skorbut, Übergewicht, Verdauungsschwäche, Wunden,

 

Giersch kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden und erinnert in Geruch und Geschmack an Spinat und ein wenig an Petersilie. Im Mittelalter, aber auch in neuerer Zeit wurde Giersch sowohl als Gemüse wie auch als Heilpflanze eigens angebaut.

 

Mittelalterliche Quellen belegen, dass er in Kloster- und Bauerngärten eine „natürliche“ Nutzpflanze war. Da Giersch im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten über eine lange Zeit im Jahr zur Verfügung steht und nur geringe Ansprüche an Boden, Wasser und Lichtversorgung stellt, sicherte er z.B. während der Weltkriege vielen Menschen die Vitaminzufuhr.

Beim Sammeln ist darauf zu achten, eine Verwechslung mit ungenießbaren und sogar giftigen Arten von Doldenblütlern zu vermeiden.


Als Salat eignen sich – wie bei anderen Wildpflanzen auch – vor allem die ganz jungen, kaum entfalteten Blätter. Die rohen Blätter können auch in Aufstriche und Suppen gegeben werden. Wenn die Pflanze schon älter ist, sind die Blätter für einen schmackhaften Salat zu grob. Sie eignen sich dann aber nach wie vor zum Kochen, etwa für Aufläufe. Die Blätter werden dann vergleichbar dem Blattspinat gekocht bzw. gedünstet.

Die Gierschstiele aber können bitter schmecken und werden im Zweifel besser vor dem Kochen entfernt.

 

Meerschweinchen und Kaninchen fressen übrigens den Giersch sehr gerne, so dass er auch als Kleintierfutter ganz gut dienen kann.

 

üa 30.Mai 2012

Giersch_Rezepte für die Küche

Gierschknödel - eine hervorragende Beilage zu verschiedenen Gerichten

den Giersch von den groben Stengeln befreien und anschliessend blanchieren > klein schneiden und in die Semmelmasser untermischen

 

Verschiedene Gierschrezepte:

http://www.chefkoch.de/rs/s0/Giersch/Rezepte.html

Kommentar zum Giersch

Kommentar von Albert Johann Thiess |

Als ich 1970 zwei Jahre lang, neben Yoga auch leben nur mit Rohkost praktizierte, war auch Giersch eines der Lebensmittel. Die Pflanze habe ich erst im Sommer, nach der Blühte erkunden und erkennen können. Erst nachher erkennt man den Giersch auch schon an seinen Blättern und Trieben im Frühjahr. Also sollte man sich gedulden und
zur richtigen Zeit die essbare Pflanzen erkennen. Es gilt wie bei dem Waldpize-Sammeln:
Alles was ich nicht als essbar erkenne gilt als sei es giftig!

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