Die Birke - unser Urbaum mit seiner vielseitigen Heilwirkung

Albert Thiess

Birke - Betula

Volksname

Besenbaum – Frühlingsbaum - Maibaum

Botanik

a) Warzige Birke: Die Blätter sind kahl und die Blattnerven treten nicht stark über die Blattfläche vor.

 

b) die Weichhaarige Birke - sind Blätter fein behaart und auf der Unterseite mit stark hervortretenden Nerven versehen.

Die bis zu 26m hohen Bäume sind allgemein bekannt durch ihre weiße Rinde, die sich zumeist in waagrechten Streifen abschälen lässt.

In der Naturheilkunde sind beide Arten im Heilwert völlig gleich. Die Blätter haben einen feinen, schwachen Geruch, der Geschmack ist bitterlich, harzig.

Standort

Die Birken stellen an Boden und Klima keine besonderen Ansprüche und sind auch gegen Frost und Dürreperioden unempfindlich. Mit Ausnahme der Mittelmeerländer kommen sie in Europa fast überall vor.

Blütezeit

März, April

Heilkräftige Pflanzenteile

Sind die Blätter, die Blattknospen, der Birkensaft und die Birkenrinde. Ebenfalls von Bedeutung ist die Birkenkohle und das Birkenrindenteer.

Gesammelt werden -

die Blattknospen im zeitlichen Frühjahr – März

die Blätter im Mai bis Juni

die Birkensaftgewinnung in der ersten Maihälfte

und die Birkenrinde von Mai bis Juni

Für die Teergewinnung wird das Holz nach der Schlägerung ausgesucht


Die Knospen oder die Blätter können sofort frisch oder getrocknet angewendet werden. Die Trocknung darf nur im Schatten erfolgen.

Der Birkenfrischsaft wird von den Stämmen erst dann gewonnen, wenn diese 1 Meter in der Höhe einen Durchmesser von 20cm haben. Etwa 20-30cm über dem Boden wird der Stamm 2-3cm tief angebohrt. In das entstandene Loch wird ein Glasröhrchen oder eine Rinne eingeschoben und der sogleich austretende Saft in einer Glasflasche aufgefangen – nicht in einem Metallgefäß!!!

nach der Entnahme wird das Loch mit einem Baumharz verschlossen. Bei guten Baumwuchs löst die wiederholte Entnahme nach 2 Jahren keine Probleme aus.

Vorher den Waldbesitzer um Erlaubnis fragen!!

Heilwirkung

Der Teeaufguss der Birkenblätter wirkt sehr harntreibend – es werden bis zur 5 – 6 fachen Menge der ursprünglichen Harnmenge festgestellt - (der Tee darf nie gekocht werden!)

Die Entwässerungen bewähren sich bei Wasseransammlungen – bei Nierenbeckenentzündungen, bei Kreislaufstörungen und auch bei Lebererkrankungen. Durch die gesteigerte Wasserausscheidung wird auch die Harnsäure im Blut und in den Geweben reduziert, mit der Folge, dass auch rheumatische und gichtische Beschwerden abklingen. Auch Blasenleiden (Blasenkatarrh und Schwierigkeiten beim Wasserlassen), werden damit behoben.

Bei diesen Teekuren treten keine nachteiligen Probleme auf!

Der Birkenblättertee durch einige Zeit täglich getrunken, 2-3 Tässchen ungesüßt, vermag selbst Nierensteine und Nierensand schmerzlos abzuleiten.

Der Birkenblättertee kann man Zuckerkranken im Anfangsstadium nur empfehlen.
Bei Gicht, Schrumpfnieren, chronischem Blasenkatarrh und bei Gallensteinen, werden neben der Teekur zusätzlich noch Birkenblätter Voll- und Teilbäder empfohlen. Hauterkrankungen, wie Flechten, Krätze und sonstigen Hautunreinheiten, werden neben einer gründlichen Blutreinigungskur durch öftere Waschungen, bzw. Bäder mit Birkenaufgüssen erfolgreich behandelt.

Neben dieses Teekuren und Bädern wäre ein Heilfasten empfehlenswert.

Der Birkensaft

Dem Birkensaft wird seit altersher eine besondere Heilkraft zugeschrieben. Stamperlweise, mehrmals am Tage getrunken, ist er ein sehr gutes Naturheilmittel gegen Gelbsucht, Erkrankungen der Harnwege, skorbutischer Schwäche und sonstiger Mangelerkrankungen durch einen Vitamin C Mangels, gegen Krätze, Flechten, Hautunreinheiten, wie auch wassersüchtigen Anschwellungen. Der frische Saft, nicht der gärende! Wirkt blutreinigend und tonisch.

Äußerlich angewendet nimmt man den frische Saft zur Wundbehandlung, zur Behandlung von Mundfäule und zur Entfernung der Sommersprossen. Bekannt ist der Birkensaft als kräftigendes Haarwasser.

Anwendung in der Volksheilkunde

Gegen Magen und Darmkoliken 2-3 Esslöffel frischen Birkensaft mit 1/8l guten Weißwein vermischen, gut erwärmen, aber nicht kochen und schluckweise trinken.

Einen halben Teelöffel Birkenkohle mit etwas Weingeist oder Kornbranntwein anfeuchten und dies einnehmen, ist ein bewährtes Hausmittel bei ruhrartigen Erkrankungen.

Der Aufguss von 1 Esslöffel Birkenknospen auf 2 Tassen Wasser, den Tee mit Honig süßen, wir als hustenlindernder Heiltrank gepriesen.

Auf schlecht heilende Wunden, Abszesse und Geschwüre legt man frisches Birkenlaub und befestigt diesen mit einem Verband., den man alle 2-3 Stunden erneuert.

Homöopathische Anwendung

Die homöopathische Essenz Betula dil D1, täglich 3 Mal 10 Tropfen genommen, ist gegen alle genannten Leiden anwendbar.

Anwendung in der Tierheilkunde

Der Birkenrindentee als Absud wird vielfach zur Wundreinig7ung bei Verletzungen der Haustiere verwendet. Schlecht heilende Wunden erhalten entweder einen frischen Birkensaftumschlag, oder die Wunde wird mit Birkenteer behandelt. Auch die Pferderäude wird mit Auflagen von Birkenteer behandelt. Die Aktinomykose, eine Pilzerkrankung bei den Rindern wird ebenfalls mit Birkenteer zur Abheilung gebracht.

Birkenblätter und Birkenknospen werden im Kornschnaps, dem sogenannten Vorlauf angesetzt und zur Einreibung bei Gelenkschwellungen der Haustiere verwendet.

besondere Anwendung

Als Frühlingskur in der Volksheilkunde:

Teemischung aus Birkenblättern, schwarzen Johannisbeerblätter, Himbeer- und Walderdbeerblättern zu gleichen Teilen. Für 1 Tasse Tee 2 gestrichene Teelöffel im Aufguss, 2-3 Tassen am Tage, mit Honig gesüßt, schluckweise getrunken.

 


Bezugsquellen von Kräutern
http://www.kraeuterhaus.net

 

 

Aegeus
Quelle: Gesundheit durch Heilkräuter – Richard Willfort
Rudolf Trauner Verlag

 

Kommentar zur Birke

Kommentar von Albert |

Hallo Wolfgang!
Die recht vielseitige Birke trägt auch zwei heilsame Schmarotzer. Das sind: der Birkenporling und der nordische Chaga-Pilz.
Hier näheres über den Birkenporling:
https://www.superfoods-online.org/birkenporling/
und hier über den Chaga-Pilz:
https://chaga10.wordpress.com/2012/10/29/chaga-pilz/
LG Albert

Kommentar von Bettina |

Mir ist ein Rezept bekannt zur Herstellung von Birkenblättersirup. Dabei werden die jungen Blätter über mehrere Stunden eingeweicht und dann 2 Stunden geköchelt; zum haltbar machen dann mit Zucker aufgekocht. Ich mache das gern im Frühjahr als kleine "Enschlackungskur",aber ich verwende keinen Zucker. Ich persönlich liebe diesen leicht bitteren Geschmack, am besten mit einem kleinen TL Honig. Wir können so viele Pflanzen in unserer Natur nutzen. Nur leider wird es immer schwieriger, günstige Orte zum sammeln der Pflanzen zu finden, um eine größere Belastung mit Umweltschadstoffen auszuschließen.

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