Alant - Iluna helenium L
Alant - eine Heilpflanze, früher und auch heute noch ein dämonenvertreibendes Kraut
Altwurz, Darmwurz, Edelherzwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Großer Heinrich, Helenenkraut, Krätzenwurz, Odinskopf, Oliwurz, Schlangenwurz, Ulenkwurz
Botanik
Die Pflanze wird etwa 50cm bis 150 cm hoch, die Wurzel ist lang, knollenartig verdickt, fasrig, innen weiß, außen braun. Die Laubblätter sind oben kurzhaarig, unterseits graufilzig,, sie sind stumpfgezähnt. Die Stengelblätter haben eine herzförmige Form und manchmal eine eiförmige Form.
Blütezeit: Juni bis September
Der Alant kommt ursprünglich aus Zentralasien, ist heute im südlichen Europa verbreitet, kommt aber immer mehr in wilder Form auch bis nach Norwegen vor. Der Alant braucht einen sandigen Boden, der nicht mit Stallmist gedüngt wurde – sonnige Standorte fördern die Wurzelbildung. Der Alant leidet unter Trockenperioden – fleißiges Gießen ist notwendig, will man feste Wurzeln erhalten.
Gesammelt wird der Wurzelstock (Rhizoma Enulae) im Spätherbst (bis Dezember) Die Wurzeln werden in der Länge durchschnitten und auf einem Faden auf gefädelt und auf einem schattigen Ort zum Trocknen aufgehängt.
Wirkung von Alant
In seiner Urheimat Zentralasien ist der Alant eine wichtige Heilpflanze – die Chinesen nennen ihn Hsün Fu Hua und bringt nach ihrer Anschauung das Blut in Bewegung, behebt Stauungen, löst hartnäckigen Schleim und heilt als Salbe Muskelrisse und Brüche. Hyprokrates liebte die Alantwurzel als Arzneitrank für den Uterus. Die Naturärzte im Mittelalter empfahlen die Wurzel gegen Blähungen, Lungenleiden, als Mittel zum Auswurf und zur Förderung der Harnausscheidungen.
Die leichte Abkochung wird erfolgreich bei Hauterkrankungen, Hautunreinheiten und für Umschläge bei Haut jucken, Krätze verwendet.
Der Alanttee
zur Steigerung des Stoffwechsels, gegen die Zuckerkrankheit, gegen Magenschwäche, Darmverschleimung, Darmentzündungen, Durchfall, Gelbsucht, gegen Verschleimung der Atmungsorgane. Alant gilt als blutreinigende und blutvermehrende Heilpflanze.
Alanttee Zubereitung:
1/2 Teelöffel TL der feingeschnittenen frischen oder getrockneten Wurzel für 1 Tasse im Aufguss. 2-3 Tassen am Tag werden schluckweise, ungesüßt getrunken. Bei Blutarmut, Verschleimung der Atmungsorgane und zur allgemeinen Stärkung kann man den Tee mit Honig süßen.
Anwendung von Alant in der Volksmedizin
Neben dem Tee wird die frisch gereinigte Wurzel gekaut und zur Appetitanregung empfohlen.
Nach Ansicht der Volksmedizin bewirkt der Kampfergehalt eine Eindämmung der Lungentuberkulose-Bazillen. Eine Teekur bringt den Lungenschwindsüchtigen auch tatsächlich eine Erleichterung.
Alantsalbe:
die gut gereinigte Alantwurzel wird mit etwas Wasser unter ständigem zerstoßen und Umrühren zu einem Brei leicht gekocht. Noch warm wird Schweineschmalz hinzugefügt. Die gut verrührte Mischung wird durch ein Tuch gesiebt und zur Aufbewahrung in einen Tiegel geseiht. Die erkrankten Hautstellen werden damit bestrichen und mit einem Schutzumschlag abgedeckt.
Alanttinktur:
50g fein geschnittene Alantwurzel, 29g Wermut, 30g Tausendguldenkraut und 50g süße Orangenschalen werden in 1,5 Liter 60%igen Ansatzbranntwein durch 10 -12 Tage bei Zimmerwärme angesetzt und schliesslich abgeseiht – der Rückstand wird gut ausgepresst. Am Tage drei Mal je 15-20 Tropfen, immer vor den Mahlzeiten eingenommen. Anzuwenden bei Magenschwäche, Appetitlosigkeit und Verschleimung der Atmungsorgane
Alantwein:
40g frische Wurzel, sauber, rasch gewaschen, in Scheiben geschnitten, mit 50g Weingeist(80%igem) übergossen und durch 24 stunden zugedeckt stehen lassen. Daraufhin mit 1 Liter gutem Weißwein an der Sonne, oder in Herdnähe durch 3 – 4 Tage ansetzen, dann auspressen und durch ein Leinen filtrieren. Diesen Alantwein Stamperlweise vor den Hauptmahlzeiten eingenommen, nimmt die Appetitlosigkeit, behebt Magenschwäche und allgemeine Körperschwäche nach Operationen oder längerer Krankheit
Alant - Anwendungen in der Tierheilkunde:
Die Teeabkochung, oder die Salbe wird gegen Wunden oder Verletzungen, sowie bei Hauterkrankungen (Krätze) sehr erfolgreich eingesetzt. Der Tee als Aufguss, wird dem Vieh gegen Husten und Verschleimung eingegeben.
Die kleingeschnittene Wurzel in das Futter vermengt, hebt die Fresslust der Haustiere. (nicht zu viel davon, sonst nehmen die Tiere das Futter nicht an!)
Rinder und Pferde, die hie und da den Alanttee als Trunk bekommen, sind widerstandsfähiger gegen Tuberkulose und fieberhafte Erkrankungen.
Bräuche im Mittelalter und Altertum mit Alant
Der Alant galt im Altertum und Mittelalter als ein dämonenvertreibendes Kraut und wird noch heute wegen dieser Eigenschaften über so mancher Hof- und Stalltüre befestigt.
Der Alant wird im sogenannten Weihbuschen zur Kräuterweihe am Mariahimmelfahrtstag (15 August) zur Kirche getragen und geweiht. Der Weihbuschen hat so viele Alantblüten zu enthalten, als Menschen und Großvieh am Hofe anwesend sind.
Ferner enthält so ein Weihbuschen noch weitere 8 Heilkräuter: Arnika, Kamille, Königskerze, Ringelblume, Salbe, Schafgarbe, Wermut und Wacholderzweige. Diese 9 Heilkräuter geben den sogenannten „Neunerleibuschen“ der von der Bäuerin nach der weihe aufgehoben wird. Nach alter Überlieferung sei ein Kräutertee aus Teilen von diesen Kräuter besonders heilsam.
Aegeus
Quelle: Gesundheit durch Heilkräuter – Richard Willfort
Rudolf Trauner Verlag
2tes Bild: Luisa Drehsen /pixelio.de
Kommentar zur Alantwurzel